clayz hat geschrieben: ↑25. Mai 2024, 08:06
Also dass ein selbst genutztes Haus gar keine Anlage ist, darüber kann man streiten. Es ist aber v.a. persönlicher Luxus und eine Entscheidung, die man trifft, weil es auch für einen gut anfühlt. Unter Rendite -Gesichtspunkten gibt es kaum schlechtere Invests als ein eigengenutztes Heim.
Du denkst zu eindimensional. Die seit der GFC laufende Finanzielle Repression ist ein großes Umverteilungsprogramm. Wer hat, dem wird gegeben. Und Immobilien sind eine Spielart davon.
Ich stand 2016 vor der Wahl ob ich einen Teil der Aktien verkaufe und das Haus bar kaufe, oder finanziere. Geworden ist es ein 20 Jahre Volltilger zu 1,83% bei 79,8% Beleihung. Ausgezahlt wurde am 01.09.2016.
Am 01.09.2016 stand der iShares Core MSCI World (Acc) bei 38,66 Euro, heute bei 92,04 Euro. Hätte ich ein endfälliges Darlehen mit 8 Jahren Laufzeit genommen, könnte ich jetzt auscashen, den Kredit samt aufgelaufender Zinsen ablösen und hätte immer noch so viel Geld in ETFs wie zu Beginn der Finanzierung - nur das ein schuldenfreies Haus dazu gekommen ist (mit dickem Daumen gerechnet). Und das Haus ist auch noch mehr Wert als 2016, und Miete ist seitdem auch keine mehr angefallen. Wegen mir kann man das aber auch gegenrechnen, da natürlich Instandhaltungskosten angefallen sind.
Der Punkt ist... wenn Du es im Leben zu etwas bringen willst, brauchst Du irgendeinen Multiplikator. Mit Deiner Hände Arbeit alleine kommst Du nicht weit. Also greif entweder auf das Geld anderer Menschen oder deren Arbeitskraft zu. Im Idealfall machst Du beides. Eigene Mitarbeiter, Firmenbeteiligungen, Fremdkapital...