Wenn ich mich hier mal kurz einklinken darf: Das Größte Problem ist, dass Trump einige Dinge zusammenwirft, die nicht zusammen gehören, nämlich Steuern und Zölle. In seiner Berechnung von reziprok zählt er auf unserer Seite in vielen Fällen die Umsatzsteuer mit dazu, was natürlich Quatsch ist.Maxim hat geschrieben: ↑2. Apr 2025, 23:25Ah, verstehe. Dann ist die relevante Frage wahrscheinlich eher: Was findet Trump fair? Die USA haben ein Handelsdefizit gegenüber Europa, was sich aber nicht aus Zöllen erklärt, sondern aus der Tatsache, dass die alles, was komplizierter als ein Kühlschrank ist, importieren. Das machen sie auch nicht, weil die EU in der Vergangenheit so verwegen clever verhandelt hat oder weil sie es unbedingt müssen, sondern weil es sich als lohnend herausgestellt hat (wie so ziemlich jede globalisierte Handelsbeziehung).Shivus hat geschrieben: ↑2. Apr 2025, 23:10 Danke, aber den Part verstehe ich
Aber die Ausgangsbasis ist anscheinend, dass er die Zölle anpassen will - also quasi „faire“ Zölle. Wenn das das Problem ist, warum machen wir das dann nicht? Wirklich ernst gemeinte Frage
Die Idee hinter reziproken Zöllen ist, dass ein Produkt eines Landes bei Lieferung in die USA mit ebenso hohen Aufschlägen belastet wird, wie ein gleiches US-Produkt bei Lieferung in dieses Land.
Trumps initialer Denkfehler liegt in der Annahme, dass die USA generell Nachteile davon haben, Dinge aus anderen Ländern zu importieren. Deswegen will er das mit Zöllen "wegzwingen" und MAGA usw. Er betrachtet ein komplexes System, ist der Meinung, es unterliege eigentlich simplen Mechanismen und entscheidet dann nach dieser Sichtweise. Ein Junge und ein Ameisenhaufen.
Gestern kamen dann noch so Sachen dazu, wie das Europa bestimmte Dinge aus den USA aus boshaftigkeit aus dem Markt fern hält. Als Beispiel hat er das Geflügel genannt. Auch das ist Quatsch, US-Geflügel erfüllt einfach die Lebensmittelstandards in der EU nicht (hauptsächlich wegen dem Einsatz von Chlor).