Ab wann sind Zughilfen und Gürtel sinnvoll?
Verfasst: 4. Apr 2026, 17:47
Moin moin,
Ich bin neu hier, nachdem ich kürzlich lernen musste, dass das gute alte TA-Forum platt gemacht wurde. Dort habe ich seinerzeit (2014) viel über Krafttraining gelernt und hatte deswegen einen guten Einstieg in die Materie. Mir fehlte aber damals die Konsequenz, um am Ball zu bleiben.
Seit Januar 2026 bin ich wieder am Eisen (DZAs GK-Plan mit Grund- und Verbundübungen) und mir scheint es, dass immer mehr Anfänger (zu denen ich mich selbstverständlich auch zähle) zu viel Wert auf das Equipment legen. Ganz besonders fallen mir hier Zughilfen und Gürtel auf. Werde diese vielleicht von Fitness-Influencern als Cheat-Code zu schnellen Gains vermarktet?
Ich selbst trainiere nicht zum Zwecke des Bodybuildings, sondern weil ich meinen eigentlichen Sport Handball mit 34 Jahren wegen nachlassender Leistungsfähigkeit und diversen Verschleißerscheinungen an den Nagel gehängt und danach erstmal 10 kg zugenommen habe. Ich möchte mit dem Krafttaining 2-3 mal in der Woche meinen Kreislauf fordern und als angenehmen Nebeneffekt eine gewisse Body-Recomposition erreichen. Deswegen sind Grundübungen wie Squats und Deadlifts für mein Training perfekt. Sie bringen mich richtig aus der Puste, ohne dass ich Cardio machen müsste (ich hasse Cardio).
Deadlift sind für mich das beste Beispiel für eine Übung, bei der man ab einem gewissen Arbeitsgewicht einen Gürtel und / oder Zughilfen nutzen kann. In meinem frühen Stadium nach 3 Monaten Training fände ich es aber geradezu lächerlich, diese für mein Training zu nutzen. Ich praktiziere Kreuzheben im Obergriff und wenn mir am Ende eines Satzes die linke Hand aufgeht, sehe ich das als Zeichen meines Körpers an, dass nicht alle Glieder der Kette stark genug sind. Der Körper teilt mir also dadurch mit, dass ich in meinem altuellen Stadium das Arbeitsgewicht lieber noch nicht steigern sollte.
Im Gegensatz dazu begegnen mir im Studio Leute, die für 40 kg Shrugs Zughilfen oder zum Bankdrücken einen Gewichthebergürtel benutzen, obwohl sie aussehen als würden sie selbst noch kein Jahr am Stück trainieren.
Natürlich verstehe ich, dass man für das wirkliche Bodybuilding Zughilfen und einen Gürtel nutzt, um gezielter gewisse Muskeln bis zum letzten zu ermüden. Aber muss wirklich jeder Hans und Franz im Hobby-Bereich solches Equipment verwenden? Für meinen Geschmack wird da eine Hoffnung auf schnelle Gains (oder Schonung des Körpers) in einem schlechten Handel gegen solide ausgebildete Grundlagenkraft getauscht. Wenn deine Hände keine 100 kg heben können, solltest du vielleicht noch ein paar Wochen mit 95 kg arbeiten.
Wie gesagt: Ich verstehe, warum Bodybuilder oder Powerlifter das Gürtel und Zughilfen nutzen. Diese gehen aber mit ihren Belastungen weit über das hinaus, was ein menschlicher Körper im Normalfall verträgt. Diesen Fall sehe ich bei 40 kg Shrugs, 80 kg Bankdrücken oder 100 kg Deadlift einfach nicht gegeben.
Ich würde mal ganz ketzerisch behaupten, dass man in den ersten 1,5 bis 2 Jahren lieber gänzlich auf solches Equipment verzichten sollte, damit Core-Strength, Griffkraft und ähnliche Grundlagen für Stärke nicht unterentwickelt bleiben.
Was ist eure Meinung dazu? Ab wann ist Equipment wie Gewichthebergürtel und Zughilfe im Krafttraining sinnvoll? Ich bin gespannt auf die Diskussion. Hoffentlich werde ich nicht gelyncht.
Beste Grüße
Stefan
Ich bin neu hier, nachdem ich kürzlich lernen musste, dass das gute alte TA-Forum platt gemacht wurde. Dort habe ich seinerzeit (2014) viel über Krafttraining gelernt und hatte deswegen einen guten Einstieg in die Materie. Mir fehlte aber damals die Konsequenz, um am Ball zu bleiben.
Seit Januar 2026 bin ich wieder am Eisen (DZAs GK-Plan mit Grund- und Verbundübungen) und mir scheint es, dass immer mehr Anfänger (zu denen ich mich selbstverständlich auch zähle) zu viel Wert auf das Equipment legen. Ganz besonders fallen mir hier Zughilfen und Gürtel auf. Werde diese vielleicht von Fitness-Influencern als Cheat-Code zu schnellen Gains vermarktet?
Ich selbst trainiere nicht zum Zwecke des Bodybuildings, sondern weil ich meinen eigentlichen Sport Handball mit 34 Jahren wegen nachlassender Leistungsfähigkeit und diversen Verschleißerscheinungen an den Nagel gehängt und danach erstmal 10 kg zugenommen habe. Ich möchte mit dem Krafttaining 2-3 mal in der Woche meinen Kreislauf fordern und als angenehmen Nebeneffekt eine gewisse Body-Recomposition erreichen. Deswegen sind Grundübungen wie Squats und Deadlifts für mein Training perfekt. Sie bringen mich richtig aus der Puste, ohne dass ich Cardio machen müsste (ich hasse Cardio).
Deadlift sind für mich das beste Beispiel für eine Übung, bei der man ab einem gewissen Arbeitsgewicht einen Gürtel und / oder Zughilfen nutzen kann. In meinem frühen Stadium nach 3 Monaten Training fände ich es aber geradezu lächerlich, diese für mein Training zu nutzen. Ich praktiziere Kreuzheben im Obergriff und wenn mir am Ende eines Satzes die linke Hand aufgeht, sehe ich das als Zeichen meines Körpers an, dass nicht alle Glieder der Kette stark genug sind. Der Körper teilt mir also dadurch mit, dass ich in meinem altuellen Stadium das Arbeitsgewicht lieber noch nicht steigern sollte.
Im Gegensatz dazu begegnen mir im Studio Leute, die für 40 kg Shrugs Zughilfen oder zum Bankdrücken einen Gewichthebergürtel benutzen, obwohl sie aussehen als würden sie selbst noch kein Jahr am Stück trainieren.
Natürlich verstehe ich, dass man für das wirkliche Bodybuilding Zughilfen und einen Gürtel nutzt, um gezielter gewisse Muskeln bis zum letzten zu ermüden. Aber muss wirklich jeder Hans und Franz im Hobby-Bereich solches Equipment verwenden? Für meinen Geschmack wird da eine Hoffnung auf schnelle Gains (oder Schonung des Körpers) in einem schlechten Handel gegen solide ausgebildete Grundlagenkraft getauscht. Wenn deine Hände keine 100 kg heben können, solltest du vielleicht noch ein paar Wochen mit 95 kg arbeiten.
Wie gesagt: Ich verstehe, warum Bodybuilder oder Powerlifter das Gürtel und Zughilfen nutzen. Diese gehen aber mit ihren Belastungen weit über das hinaus, was ein menschlicher Körper im Normalfall verträgt. Diesen Fall sehe ich bei 40 kg Shrugs, 80 kg Bankdrücken oder 100 kg Deadlift einfach nicht gegeben.
Ich würde mal ganz ketzerisch behaupten, dass man in den ersten 1,5 bis 2 Jahren lieber gänzlich auf solches Equipment verzichten sollte, damit Core-Strength, Griffkraft und ähnliche Grundlagen für Stärke nicht unterentwickelt bleiben.
Was ist eure Meinung dazu? Ab wann ist Equipment wie Gewichthebergürtel und Zughilfe im Krafttraining sinnvoll? Ich bin gespannt auf die Diskussion. Hoffentlich werde ich nicht gelyncht.
Beste Grüße
Stefan