Sozialismus-Fantasien
Warum Deutschland nur noch im „Kampf gegen rechts“ spitze ist
Deutschland 2026 – der Sozialismus boomt: maßgeblich vorangetrieben von der Linken. Auf dem Weg zum klassenlosen Paradies auf Erden gelten der Partei viele Millionen Tote der Geschichte nur als Betriebsunfälle. Warum hält sich die fatale Ideologie?
Die vielleicht letzte Branche, in der Deutschland weltweit an der Spitze liegt, ist der „Kampf gegen rechts“. Im Land, das den Nationalsozialismus hervorbrachte, ist Wachsamkeit in der Tat geboten. Dennoch bleibt offen, was „rechts“ in den Augen der staatlich alimentierten Demokratieschützer meint. Rassisch begründete Kriegspolitik oder überwachte Grenzen? Braune Propaganda oder satirische Kritik an Politikern? Ausweisung von Migranten oder Angst vor Kriminalität? Börsengewinne oder privates Wohneigentum? Nur AfD oder bereits CDU und FDP? Und was noch kurioser ist in diesem diffusen Politsprech: Was bedeutet in diesem Kontext „links“?
Nutzlos, diese Frage etwa den „Omas gegen Rechts“ zu stellen. Ihre Aktivistinnen sind flink auf den Beinen, um Seniorentänze gegen so ziemlich alles aus der obigen Liste auf die Straßen zu tragen. Rechts ist, was die linken Meinungsführer dazu erklären. Bei so viel Geschützfeuer von links gibt es in Deutschland naturgemäß keine „Opas gegen Links“. Und auch keine staatliche Förderung, um das Erstarken linksradikaler Bewegungen zu stoppen.
An der Spitze des neolinken Booms steht die Partei Die Linke, die identisch ist mit der unseligen Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, welche vier Jahrzehnte lang über die sowjetisch dominierte Osthälfte der Republik Unfreiheit und Unrecht, Folter und Mord, zerstörte Biografien, Bespitzelung und Alltagsgewalt gebracht hat.
Während die letzten Opfer der nationalsozialistischen Diktatur gerade sterben, ist es angebracht, die Erinnerung an ihre Leiden und das braune Unrecht zu fördern. Zeitzeugen und Opfer der sozialistischen Diktatur, die 1989 durch Pleite und Massenproteste unterging, gibt es jedoch noch jede Menge. Ob sie auch so denken wie die Galionsfigur von „Die Linke“, die noch in der DDR geborene Heidi Reichinnek, welche das Regime der SED kurzerhand zum verkehrten Sozialismus erklärt, mit dem ihre Genossen nichts im Sinn hätten.
In Wahrheit laufen solche semantischen Spielchen auf Geschichtsklitterung hinaus, und „Die Linke“ als notdürftig umbenannte Partei der Diktatur hat eine solche Geschichtsklitterung für ihren demokratischen Anstrich auch bitter nötig. Historisch haben Abschaffung der Marktwirtschaft, Übernahme der Ökonomie durch planwirtschaftliche Funktionäre, haben „Diktatur des Proletariats“ und Ausschaltung der Opposition – allesamt Grundbestandteile sozialistischer Utopie – nichts als Unglück über die Menschheit gebracht.
Das Argument, dass die untergegangene Utopie eben die falsche sei, und die künftige rote Morgensonne endlich die bessere Welt bescheine, müsste längst abgenutzt sein. Der wievielte Versuch, den Sozialismus einzuführen, sollte wohl gelingen? Meinen die deutschen Linksideologen, die inzwischen ihre Ideologie weit in anderen Parteien wie SPD, Grüne, BSW und sogar CDU verankert haben, eventuell die sozialistische Einparteiendiktatur in Venezuela?
Als Anfang Januar der Gewaltherrscher Nicolás Maduro von amerikanischen Elitesoldaten aus seinem verbunkerten Palast entführt und bald in den USA vor Gericht gestellt wurde, waren die antirechten Reflexe der linken Blase sogleich geweckt. In ganz Deutschland organisierte die Linke Demonstrationen gegen die Inhaftierung von „Präsident Maduro“. Dass er die Wahlen fälschte, Gegendemonstranten inhaftieren, foltern und töten ließ, dass sein Regime inzwischen ein Drittel aller Bürger durch Armut und Verfolgung ins Ausland vertrieben hat, dass das an Bodenschätzen reiche Land durch die sozialistische Diktatur verarmt ist, dass die gar nicht so soziale Einheitspartei zu einer mordenden Drogenmafia verkam – das alles stört die wackeren Kämpfer gegen rechts nicht weiter.
Blindheit für Mord und Unrecht ist bei Deutschlands Linken bewährte Tradition. Als Fidel Castro starb, weinte dem „Maximo Lider“, dem größten Führer, zum Beispiel Sahra Wagenknecht in einem Tweet warmherzige Fanpost hinterher. Auch Kubas Wirtschaft liegt heute in Trümmern. Während das Vermögen des Castro-Clans auf eine Milliarde Dollar geschätzt wird, suchen die Armen Kubas im Müll nach Essbarem.
Während linke Propaganda ab 1945 in Ostdeutschland Unfreiheit und Unterdrückung verherrlichte, ließ dieselbe ab 1949 im Westen und nach 1989 im ganzen Land immer nur die Opfer den Preis für die ideologischen Irrtümer, den Karrierismus der Funktionäre und die Verbrechen von Volksarmee und Staatssicherheit bezahlen. Sozialismus war stets hinter der Mauer und gerade darum so beliebt. Dass Millionen von verarmten Proleten zwischen Elbe und Pazifik in Mangelwirtschaft oder im Gulag darbten, war den Busenfreunden der kommunistischen Funktionärskaste schnurz.
Noch die mutigen Gewerkschafter der polnischen Solidarnosc galten linken Hardlinern im Westen als böse Störenfriede der roten Utopie. Denn mit marktwirtschaftlich gut unterfüttertem Sozialstaat und sicheren Gehältern, gern im Staatsdienst, im Rücken, ließen und lassen sich linke Ideologien von Völkerfreundschaft und Gerechtigkeit besonders kuschlig feiern.
Auch die modischen Linksextremen des 68er Revöltchens mussten nie den Preis für ihre ideologische Verblendung bezahlen – im Gegenteil. An den Lagerfeuern der Studentenprotestler, die oft genug direkt unters Schutzdach des verhassten Kapitalistenstaates strömten, werden die Parolen für übelste Menschenschinder wie Stalin und Mao, für Pol Pot und Enver Hoxha als Folklore nostalgisch verklärt.
Beim nächsten Mal klappt es bestimmt
Inzwischen, da die nationalsozialistischen Täter nicht mehr zu belangen sind, ist man zu Recht empört über bundesrepublikanische Karrieren wie die von Gehlen, Globke, Filbinger. Doch ein Winfried Kretschmann kann problemlos in Baden-Württemberg Landesvater spielen, nachdem er Maos und Pol Pots Hungertote und Killing Fields bejubelt hatte. Es gelten zwei Maßstäbe. Ein kommunistischer Säulenheiliger wie Bertolt Brecht pries im Zweiten Weltkrieg die Diktatur des Proletariats nicht im kalten und mörderischen Moskau, sondern in einer Villa in Kalifornien.
Niemand unter Deutschlands Linken findet die Stalin-Hymne des Fabrikantensohns Brecht anstößig; stattdessen sollte erst jüngst in München auf linke Initiative ein Straßenname des von der Gestapo überwachten Nazigegners Erich Kästner getilgt werden, weil der es gewagt hatte, nach 1933 nicht aus Deutschland zu emigrieren. Ein Philosoph wie Jean-Paul Sartre wurde durch seinen Besuch im Knast bei Andreas Baader eher sexy.
Und auch die kirchlich engagierte Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zeigt ihre Solidarität mit dem linken Terror der „Hammerbande“ beim Gefängnisbesuch in Budapest, ohne sich mit den Opfern der Schläger unnötig empathisch abzumühen.
Ein rechtes Verbrechen wäre es demnach, unter den Nationalsozialisten überhaupt existiert zu haben. Kein linkes Verbrechen ist es jedoch, Terror zu verherrlichen und über die Leichen von vielen Millionen Ermordeten im Namen des Sozialismus strahlend dahinzumarschieren.
Ein Grund für dieses Unrecht liegt in einem abgenutzten, doch noch funktionierenden Gedankenspiel: Der Sozialismus weist in die Zukunft, der Nationalsozialismus in die Vergangenheit. Letzteres stimmt. Zu Recht werden die Millionen Toten Hitlers, die Hunderttausenden von Ermordeten und Gefolterten unter Franco und Salazar als Blutzeugen einer rassistischen Ideologie gesehen, die ihre Völker obendrein noch in Zerstörung, Armut, Rückständigkeit getrieben haben.
Doch geschieht dasselbe in Venezuela, Nordkorea, Sowjetrussland, dann sind in linker Perspektive die zahllosen Toten verbucht als Betriebsunfälle beim Aufbau der klassenlosen Gesellschaft: schade, aber unumgänglich. Sozialismus funktioniert einzig als Utopie. Beim nächsten Mal, so denkt wohl auch Heidi Reichinnek, wird es klappen mit dem linken Paradies auf Erden. Diese zynische Argumentation macht linke Ideologie, obwohl sie immer wieder blutig scheitert, immun dagegen, mit historischen Argumenten widerlegt zu werden.
Wie lästig wirkt da doch die reale Ungerechtigkeit des Kapitalismus, dessen Wohlstand immer wieder durch politische Kämpfe sozial verteilt werden muss, gegen die Reinheit der roten Lehre, deren Armut und Gewalt ohnehin nur andere betrifft! Selbst Margot Honecker hat in einem ihrer letzten Interviews in Chile, eine Flasche Coca-Cola in der Hand, grinsend prophezeit, der Sozialismus in Deutschland sei nicht tot und werde wiederkommen.
Wie recht sie hatte: Zombies sind nicht totzukriegen
Die Frage kann und muss man sich eigentlich wirklich stellen.. warum hat Deutschland eine fast naiv unkritische Haltung zur eigenen Vergangenheit wenn es um die DDR ihre Verbrechen im real existierenden Sozialimus geht ?