Maxim hat geschrieben: 13. Dez 2024, 10:22
AT93 hat geschrieben: 12. Dez 2024, 15:18
Maxim hat geschrieben: 12. Dez 2024, 14:19
Kritik an den bekannten Defiziten der liberalen Demokratie zu äußern ist ja völlig legitim und sogar Teil ihrer Essenz.
Aber viele unterschätzen, wie schlecht es sich außerhalb dieses dysfunktionalen Konstrukts hinter einem Lagerzaun schimpft.
Dem war bisher so und der Liberalismus war sehr erfolgreich, ja.
Dafür hat der Liberalismus nun mit Problemen zu kämpfen über die autoritärere Staatsformen nur lachen können und erdrosselt sich förmlich selbst.
Der radikale Liberalismus westlicher Prägung führt notwendigerweise zum aktuellen Zustand und zur Abschaffung des Westens, das sehen wir in allen Ländern die diesem anhängen: Wokeness, universelle Menschenrechte, demografische Umwälzung.
Der Liberalismus kann sich nicht selbst beschränken und die konservative Basis von der er zehrt, die er aber nicht selbst schaffen kann, ist aufgebraucht.
Weil das echt wichtig ist habe ich nochmal 1-2 ältere Posts herausgesucht und einer war lustigerweise sogar an dich adressiert:
viewtopic.php?p=525025#p525025
Und zum Thema einer liberalen Rechten, die du dir wünschst:
Die Regelungen im GG waren nie für Völkerwanderungen dieses Ausmaßes ausgelegt. Das hatte man nicht absehen können und nicht im Sinn.
Umso alberner ist es, das Geschriebene wortwörtlich zu nehmen, als wäre es unabänderlich vom Berge Sinai hinab gepredigt wurden.
Daher sind eine Änderung und im ersten Schritt eine andere Auslegung vonnöten.
Etliche dieser fanatischen, gründlichen Deutschen wollen ja sogar aus Artikel 1 ableiten, dass jeder das Recht hat so zu leben wie wir, anstatt einzusehen, dass das nur wohlige Worte sind.
Entweder man macht sich ehrlich bezüglich des ganzen Menschenrechtsgetues oder man ist halt selbst nicht mehr (dann gibt es erst recht keine Menschenrechte mehr). Der Liberalismus zerstört sich selbst.
Und jeder, der den Grundsatz der Gleichheit, der dem Liberalismus immanent ist, implizit "ablehnt", ist in Deutschland per definitionem rechtsextrem. Zumindest nach derzeitiger Auslegung, die sich aus der Geschichte und instrumentalisierten Neurosen speist und felsenfest zementiert ist.
Da beißt sich die Katze in den Schwanz und Deutschland hat nicht mehr viel Zeit demographisch gesehen. Ich glaube vielen Bürgern ist die Brisanz der Lage gar nicht bewusst, Kopf in den Sand undso.
Es geht wohlgemerkt darum, den Laden noch irgendwie zusammenhalten zu können und eine wie auch immer geartete Leitkultur durchsetzen zu können. Das absolute Minimum.
+ eine mE stimmige Erklärung rechten Denkens, der ich vollkommen beipflichte:
Krahs Denken „von rechts“ geht vom grundsätzlichen Primat des Politischen gegenüber rechtlich-formaler Bindung aus. Für ihn gilt: „Wenn sich die Verfassung in ihrer Rechtspraxis gegen ihre Voraussetzung wendet“, dann müsse „die Rechte grundlegend argumentieren und sich auf die Volkssouveränität berufen und darf sich nicht auf verfassungsrechtliche Spitzfindigkeiten reduzieren“.
Das Volk in seinem „ethnischen Substrat“ möchte Krah „schützen“ und weist ihm daher politische Bedeutung jenseits der verfassungsrechtlichen Gemeinschaft der Staatsbürger zu, die eine angebliche Umwandlung Deutschlands „als Land der ethnisch Deutschen in ein potentiell jedermann offenstehendes Siedlungsgebiet“ nicht verhindere.
Krahs Rückgang auf das ethnische Volk als „vor- und außerrechtliche Institution“ zeigt ein Spezifikum des politisch rechten Ordnungsmodells: das Denken vom Staat her, nicht von der Verfassung. Während der Staat als „natürliche“ und „vorrechtliche“ Ordnung erscheint, gilt die Verfassung nurmehr als deren „zeit- und situationsabhängige“ Ausgestaltung.
Gegen den „absoluten Freiheitsbegriff“ des Liberalismus setzt er als zentralen Leitbegriff „Identität“: durch „Herkunft, Prägung und Biologie“ bestimmt. Elemente der identitären, nach Krah „natürlichen Ordnung“ sind die Identität von Mann und Frau in einer zweigeschlechtlichen, monogamen, heterosexuellen Beziehung als Norm, die Familie, die „lokale Gemeinschaft in Dorf und Familie“ – und an der Spitze das „Volk“ als umfassendste Form der Identität.
„Menschheit“ ist für ihn kein Anknüpfungspunkt für Identität, denn ein „Universalethos“ befinde sich immer „in Konflikt mit jeder Identität als lokaler Gemeinschaft“.
Ich finde beide Aussagen ehrlich gesagt höchstens theoretisch verwertbar. Wie soll man denn in der Realität "Identität" als Ersatz für den liberalen Freiheitsbegriff in dieser globalisierten Welt etablieren? Durch Protektionismus? Der funktioniert allerhöchstens membranartig: Bitte keine Globalisierungsverlierer reinlassen, aber ihre zu günstigen Lohnkosten produzierten Erzeugnisse und ein paar ausgewählte Billo-Pflegekräfte aus den Ländern, die uns passen, dürfen weiter rein. Identität heißt dann: Wir sind besser und entscheiden, wer uns gut genug ist. So ehrlich muss man dann aber auch sein.
Niemand, der nicht komplett ideologisiert ist, auch im linken Lager, glaubt ernsthaft, allen Menschen der Welt auf Basis des GG oder sonst irgendwelcher Gesetze das "Recht auf vergleichbare Lebensqualität" einräumen zu können, weder hier noch global. Das ist ja auch völlig illusorisch. Das hat nur so lange niemanden interessiert, wie die Armen der Welt brav in ihren Löchern geblieben sind, denn so lange hatte sich die Frage nicht in diesem Ausmaß gestellt. Das hat sich geändert, also wollen die Rechten, dass wir uns abschotten und graben deshalb das alte Lied vom reinen Volke wieder aus, nur dass wir es jetzt halt "ethnisches Substrat" nennen. In der Realität entscheiden wir dann ganz einfach, wer uns gut genug (Mensch genug?) für unser GG ist und wer in der dritten Welt oder vor unseren Zäunen verschimmeln soll. Deutschenrechte, keine Menschenrechte. Auch hier: So ehrlich muss man dann aber auch sein.
Demografie: In welcher entwickelten Gesellschaft, ab dem Punkt, an dem Kinder nicht mehr alleinige Altersvorsorge sind und Frauen arbeiten sollen / wollen, wird Demografie denn nicht zum Problem? Die Fertilitätsraten sind auch in den "entwickelteren" Autokratien (Russland, China) viel zu gering für eine Reproduktion ohne Immigration, das ist kein Phänomen des Liberalismus. Welche Lösung hat die Rechte denn für dieses offensichtlich anthropologische Problem? Selektion, ja, offensichtlich, aber wie?
Der Rechtsextremismusbegriff wird im Kontext der neuen Rechten überstrapaziert, in dem Punkt bin ich bei Dir.
summerset hat geschrieben: 12. Dez 2024, 15:49
Maxim hat geschrieben: 12. Dez 2024, 14:19
Aber viele unterschätzen, wie schlecht es sich außerhalb dieses dysfunktionalen Konstrukts hinter einem Lagerzaun schimpft.
Du meinst jetzt aber nicht, dass Hausdurchsuchungen wegen Schwachkopf-Politiker-Memes nur der Anfang sind, oder?
Das funktioniert natürlich in beide Richtungen, ja.
Bevor es theoretisch wird, eine praktische Aussage:
Es geht wohlgemerkt darum, den Laden noch irgendwie zusammenhalten zu können und eine wie auch immer geartete Leitkultur durchsetzen zu können. Das absolute Minimum.
Keiner mehr rein, wer ab 2015 kam und uns nicht uneingeschränkt nützt und noch gegangen werden kann = raus. Mit dem Rest zusammenwachsen.
Mein letzter an Mäx adressierter Kommentar greift das auch nochmal auf. Wir müssen nun partiell autoritär werden. Die Jungs akzeptieren nur Stärke und klare Ansagen. Dann kann man auch mit ihnen arbeiten. Ein positives Identifikationsangebot ist zu schaffen. Kein "stolzer Türke" integriert sich in einen Büßerkult, zumal der ja rein ethnisch konnotiert ist. Wenn es darum geht sich schämen zu sollen weiß man genau wer die Autochthonen mit den 4 deutschen Großeltern sind, deren Existenz man sonst in Abrede stellt. Aber das nur am Rande. Wer mag schon jemanden der sich selbst ablehnt und verachtet, das ist der Punkt.
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So ehrlich bin ich natürlich und habe für meinen Teil auch nie einen Hehl daraus gemacht!
Im Endeffekt sind wir nur Tiere mit einem dünnen Firnis der Zivilisation. Nur der Stärkste überlebt.
Gegenwärtig ist unsere Gruppe dekadent, lebensmüde (im Wortsinne) und hat über ihre Verhältnisse gelebt. Die Natur bestraft das sofort und Menschen die noch einen Selbsterhaltungswillen haben und in stabilen archaischen Verbünden leben (Ethnie, Religion) schicken sich an, uns zu verdrängen.
Das geschieht nur aufgrund unserer eigenen Schwäche. Aus sich heraus hätten sie diese Möglichkeit niemals.
Ich wollte schon 2015 keinen einzigen Flüchtling aufnehmen und habe für großzügig von uns finanzierte Camps vor Ort plädiert.
Wir können gern im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen, aber nicht zu unserem Schaden.
Unser Frieden, unsere Zivilisation und unsere Art zu leben haben oberste Priorität.
Für mich spielt hier auch die riesige Sauerei der Regime Changes eine große und verkannte Rolle. Wie viele Länder wurden für geopolitische Interessen oder vermeintliche Sicherheitsinteressen in Schutt und Asche gelegt. Dieses Konzept lehne ich vollkommen ab. Wer etwas will, hat fair zu verhandeln.
Menschen sind unterschiedlich und das ist vollkommen okay und sogar sehr spannend. Ich respektiere und schätze fremde Kulturen und würde sie niemals in Dimensionen wie Fortschrittlichkeit bewerten, wenn wir nicht auf unserem Boden damit konfrontiert wären. Ich bin Partikularist, es muss nicht überall kleine liberale Demokraten geben. Jeder wie er mag. Es muss für diese Leute funktionieren. Ich verstehe die innere Grammatik dieser Kulturen doch gar nicht, was für eine Hybris sich da einzumischen.
Durch diese Einsicht muss man kein Herrenmenschentum forcieren, aber sich auch nicht grämen oder gesinnungsethisch werden. Ein gesundes Mittelmaß ist zu halten. Der Mensch ist ein Mängelwesen und aus krummem Holze, das sollte einem immer präsent sein.
Ich hätte daher auch kein Problem damit eine Art Neokolonialismus zu betreiben wie es China tut. Warum nicht, wenn es für beide Partner nützlich ist und diese dem zustimmen? Praktische, geistig flexible Ansätze statt moralischer Debatten.
Ethnisches Substrat ist natürlich markig formuliert. Mir wäre wichtig gewesen, dass Deutschland in seiner typischen phänotypischen und christlichen Prägung erhalten bleibt. (Das normalste der Welt. In Polen ist man damit Durchschnittsbürger, in Deutschland wird man des völkischen Nationalismus gescholten.) Die Leute sollen sich als ein Wir wahrnehmen und die deutsche Kultur leben.
Ob da ein paar Ungarn, Polen, Italiener oder Kroaten assimiliert wurden und werden ist mir vollkommen gleichgültig. Das funktioniert wie gesagt auch im kleineren Maßstab mit einem Türken oder Iraner etc. Es darf nur nicht zu eigenen Communities und anderen parallel existierenden Wir's führen. Der Assimilationsdruck muss hoch sein. "Du wirst einer von uns". Dass man da als Einwanderer auch Kleinigkeiten einbringt, die ins große Ganze einfließen, ist vollkommen natürlich und eine nette Sache.
Zentral ist, dass man diese Käseglocke, in der wir leben, nie mit der wirklichen Welt verwechseln darf und sich nicht von irgendwelchen wohligen Worten und Werten einseifen lassen sollte.
Neben geistiger Verrenkungen (Verfassung; Werte; schlechtes Gewissen; das Bedürfnis konsistent zu handeln etc) ist hier auch die Wirtschaft in den Blick zu nehmen. Die Bevölkerung steht für mich über dieser.
Ich finde es, wie bereits erwähnt, absolut pervers und vollkommen unterkomplex Gesellschaften ohne Rücksicht auf Kultur und Zusammenleben mit "beliebigem Menschenmaterial" aufzufüllen, nur damit die Zahlen stimmen.
Wenn nicht mehr Leute da sind, kann halt nicht mehr produziert werden als die Kapazitäten hergeben (während des Wirtschaftswunders zB). Das ist ein vollkommen anderer Ansatz als er von DE gepflegt wurde und wird.
Ich finde wirtschaftlichen Erfolg auch wichtig, aber man muss nicht um jeden Preis und für kurzfristige, gesellschaftsschädigende Gewinne das allerletzte Prozent herausquetschen. Ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und eine gelegentliche kleine Gönnung dürfte dann dennoch drin sein.
Eine Gesellschaft muss ihre basalen Bedürfnisse aus sich selbst heraus befriedigen können. Digitalisierung, personelle Freisetzungen durch die Digitalisierung, entsprechende Jobs attraktiver gestalten etc.
Aus meinem Kommentar an Mäx:
Ich finde es ehrlich gesagt auch pervers sich Leute aus den Philippinen einzufliegen um deutschen Senioren den After abzuputzen. Dieses Konzept des freien Menschenwarenverkehrs ist an sein Ende gelangt.
Es stellt für mich auch keinen Wert an sich dar wenn Menschen aller Herren Länder auf einem Fleck leben und die einzigen Regeln daraus bestehen, dass man arbeitet und sich nicht gegenseitig an die Gurgel geht. Sowohl Aufnahmeland als auch Zuwanderer sind entwurzelt/ entfremdet und den einzigen kulturellen Überbau bieten Coca Cola, KFC und Netflix, wo zuvor hochdifferenzierte Völker waren...
