Höfer hat geschrieben: 3. Nov 2024, 14:00
Ode an den Trail
Der Nebel hängt tief im Herbstmorgengrau,
knapp über dem Eis, kalt und rau.
Die Trailschuhe fest, die Weste bereit,
Verpflegung im Gepäck – zur Reise bereit.
Bekannt der erste Schritt, vertraut der Pfad,
hunderte Male schon gelaufen, ein Rat.
Doch heute führt der Weg in neue Weiten,
über Anstiege mit zwanzig Prozent, die ihn leiten.
Durch kahle Bäume bricht zaghaft das Licht,
der Boden voll Laub, das vom Sommer noch spricht.
Die Sonne streicht warm über Haut und Gesicht,
er zieht die Handschuhe aus, der Herbst weicht nicht.
Nun weicht die Straße, der Pfad wird schmal,
Laub deckt den Boden wie ein Tuch im Saal.
Mit schnellem Schritt folgt er dem Trail,
runter Richtung Fulda, die Beine sind stähl’.
Der Bach gluckst leise, der Weg steil bergauf,
über Steine und Brücken, im stetigen Lauf.
Frost funkelt im Schatten, das Gras glitzert nass,
Sommerblüten verweilen, ein letzter Spaß.
Brennnesseln streifen, die Brombeere schneidet,
das Blut rinnt warm, das Bein sich entkleidet.
Ein vertrautes Gefühl, geschätzt und geliebt,
ein Zeichen der Freiheit, die der Trail ihm gibt.
Doch dann, der Weg verirrt, ein GPS-Fehl’,
drei Kilometer zurück, der Schritt wird zäh.
Sechs zusätzliche Kilometer brechen den Mut,
er nimmt das Tempo heraus, doch der Blick wird gut.
Vom Tal steigt der Nebel, ein prachtvoller Schein,
in heimischem Land, er atmet es ein.
Die letzten Kilometer, endlos und schwer,
doch zu Hause erwartet ihn Ruhe, mehr.
Auf der Treppe, das Bad im Blick,
der Nachbar lacht, sie teilen den Blick.
Die Sonne wärmt, der Schmerz verfliegt,
es war ein Lauf, den das Herz besiegt.