Höfer hat geschrieben: 14. Jun 2025, 20:19
Krasser Typ.
Ernst gemeinte Frage, sind solche langen und harten Trainings nötig?
Berechtigte und meiner Meinung nach auch gute Frage!
Bin da zwiegespalten. Im klassischen Trainingssinne, sprich für die Muskulatur die genutzt wird glaube ich nicht, nein. Das Stichwort hier ist meiner Meinung nach Resilienz. Uns ging es ja vor allem darum, schon einmal zu spüren, wie es sich Nachts anfühlt, wenn der Körper eigentlich auf Schlaf eingestellt ist. Durch die Erfahrung von Freitag weiß ich jetzt, dass der tote Punkt so 2,5-3h sind, durch die man durch muss. Ich würde sagen von halb zwei bis halb fünf circa. Da wollen Kopf und Körper eigentlich ihre Pause haben. Wenn dann die Dämmerung beginnt und die Sonne aufgeht, verschwindet das irgendwann wieder. Natürlich nicht von jetzt auf gleich, aber ich weiß noch genau, wie ich um circa acht Uhr gedacht habe, dass ich mich eigentlich ganz normal fühle, als wäre es ein Tag wie jeder andere - vom Müdigkeitslevel her gesehen. Bei unseren Pausen hat sich das schlagartig geändert. Wenn wir mal 15 Minuten irgendwo saßen/lagen habe ich sehr schnell gemerkt, wie groß die Gefahr ist einzuschlafen.
Was ich auch sehr deutlich merke - mir geht es heute um Welten besser als am Tag nach dem 55er Mammut. Also wirklich um Welten. Hab sogar schon meine 10.000 Schritte voll. Am Tag nach dem 55km Mammut waren es sage und schreibe 1500 Schritte, die ich gemacht habe. Hab's eben extra nachgeschaut. Ob das nun eine Anpassung ist, weil der Körper besser mit der Belastung klar kommt, oder ob es daran liegt, dass ich gestern tagsüber und Nachts so viel geschlafen habe? Ich kann's dir nicht sagen. Gab ja auch ein Schlafdefizit aufzuholen. Ich finde es auf jeden Fall faszinieren und natürlich gut, dass ich heute so fit bin. Vielleicht kann ich Dienstag sogar Laufen und Beine trainieren, je nachdem, was die Blasen machen. Mal schauen!
Vielleicht etwas (zu) lange Antwort, aber ich denke mit 'nem Einzeiler nicht wirklich zu beantworten und ich mag den Austausch dazu
Knolle hat geschrieben: 14. Jun 2025, 22:10
Maxim hat geschrieben: 14. Jun 2025, 21:10
Respekt. Ich erinnere mich mit Grauen an die längeren Märsche in der Aga im "Jahrhundertsommer" 2006, und die waren nicht so lang.
100km ziemlich unvorstellbar für mich. Vermutlich einfach eine einzige lange Quälerei und damit Kopfsache, wenn die Grundfähigkeit so weit zu gehen da ist.
Machbar ist es sicher irgendwie, du hast ja 24h Zeit... Aber die Vorstellung, da mal nachts 2h auf irgendeiner Wiese am Versorgungsposten zu hängen und zu pennen, auf Dixi Klos sitzen und nicht kacken zu können und die geschundenen Füße irgendwie zu pflegen ist schon irgendwie sehr sinnlos. Die 55km sind schon unnötige Quälerei, aber 100 ist echt next level.
Wer will denn 2h auf 'ner Wiese pennen? Ich denke danach wäre Game Over, so wie es bei mir gestern Nachmittag der Fall war.
Plan ist nur zu verpflegen und ein paar Minuten Rast zu machen an den Stationen.
Meine Erkenntnis von Freitag: Ab ca. KM35 wars scheiße. Der Tiefpunkt war dann so bei KM50 - ab da wurde es nicht mehr noch schlechter, sondern blieb einfach gleichbleibend schlecht und das bis zum Ende. Ich denke, so wird's auch beim 100er. Also "einfach" die Qual 30km länger aushalten. Klingt in der Theorie so einfach, ist es aber in der Praxis natürlich nicht. Witzigerweise bin ich gegen Ende lieber Anstiege hoch gegangen, als gerade oder abfallende Strecken. Das war zwar anstrengender von der Kraft her, aber weniger schmerzhaft

Krass fand ich auch, wie lang einem auf einmal eine Stunde vorkommen kann. Die letzten 5-6km haben sich so unfassbar lang angefühlt. Auf der Arbeit oder so vergeht ne Stunde wie im Flug. Gestern hat sie am Ende gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert.